Geopark Waldeck-Frankenberg

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Einführung

Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute


Die natürlichen Schätze einer Landschaft bestimmen die kulturelle Entwicklung einer Region. Waren Erze, Bäche und Wälder für unsere Vorfahren Grundlage der Eisenindustrie, so sind sie es heute für den Fremdenverkehr. Eisenschlackenfunde bei Wellen belegen, dass es in der Region bereits vor 2.000 Jahren Eisenverhüttung gegeben hat. Ab dem 17. Jahrhundert fuhren schwer beladene Eisenerzfuhrwerke von den Eisenerzgruben am Martenberg bei Adorf auf dem Eisensteinweg zur Bericher Hütte, die im heutigen Edersee versunken ist.
Heute wird die regionale Bergbaugeschichte entlang des Eisensteinweges lebendig. Daneben werden spannende Einblicke in die bewegte Landschaftsgeschichte geboten. Unternehmen Sie in herrlicher Landschaft eine Zeitreise auf den Spuren der Eisenerz-Fuhrwerke – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder ganz nach altem Brauch mit einer Pferdekutsche.

Lassen Sie sich ein auf das Leben der Berg- und Hüttenleute!






Frühe Eisenindustrie: Anfang und Ende


 Die natürliche Kombination von bodennahen Erzvorkommen, von ausgedehnten Wäldern und schnell fließenden Bächen im heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg ermöglichte vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die Eisenindustrie. Diese prägte die gesamte Region.
In Gruben wurde Erz abgebaut. In Schmelzhütten wurden die Erze geschmolzen. In den umliegenden Wäldern wurde die für die Verhüttung erforderliche Holzkohle gewonnen (Köhlerei). In Hammermühlen, die von der Kraft des Wassers angetrieben wurden, wandelte sich das Roheisen durch wiederholtes Erhitzen, Erkalten und gleichzeitiges Behämmern zu schmiedbarem Eisen.
Für die heimische Bevölkerung brachte die Eisenindustrie Arbeit: Bergleute, Waldarbeiter, Köhler, Fuhrleute, Hüttenund Gießereiarbeiter.
Mit der Schließung der Bericher Hütte um 1875 war die frühe Eisenindustrie in der Region beendet. Die Hütten im Ruhrgebiet arbeiteten mit Steinkohle wirtschaftlicher. Bis 1963 wurde dort noch das in Adorf abgebaute Roteisenerz verhüttet.


Der Eisensteinweg

Eine historische Transportroute


Über den „Eisensteinweg“ rollte der „Schwerverkehr“ mit dem Eisenstein von der bedeutendsten Grube der Region, dem Martenberg bei Adorf, zum Hauptsitz der industriellen Gewerbetätigkeit, der Bericher Hütte, und den dortigen Hammerwerken.
Es gab damals noch keine befestigten Straßen. Die schwerbeladenen Fuhrwerke mit ihren schmalen Eisen rädern wären in den weichen Böden der Niederungen versunken. Deshalb entstanden Transportrouten entlang der teils steinigen Höhenzüge. Täglich wurden bis zu 10 Wagenfuhren (jede ca. 1,2 Tonnen schwer) von Adorf aus auf den Weg geschickt. Die Route durch das Werbetal wurde bei Grenzstreitigkeiten gewählt.