Geopark Waldeck-Frankenberg

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Geotop des Jahres 2017

Die Panzerfisch-Fundstätte in Bad Wildungen-Braunau

Das Devon war das Zeitalter der Fische. Allein im ehemaligen Kalksteinbruch „Schmidt“ und in der weiteren Umgebung von Braunau wurden insgesamt 45 Panzerfisch-Arten, drei Hai- und eine Stachelhai-Art sowie fünf so genannten Knochenfisch-Arten gefunden. Speziell die Panzerfische (Placodermi) waren durch Knochenplatten vor allem am Kopf- und Rumpfbereich vor Fressfeinden geschützt. Diese Fischartigen zählen zu den ältesten, kiefertragenden Wirbeltieren der Welt. Der bewegliche Kiefer erlaubte ihnen eine völlig neue Art der Nahrungsaufnahme und zeigt den Beginn der Entwicklung von Zahn-Strukturen. In ihren Kiefern trugen die Panzerfische nämlich primitive Zahnleisten.

Panzerfische – ein geologisches Welterbe

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden in den Kalksteinbrüchen auf der „Ense“ bei Braunau die rund 375 Millionen Jahre alten Panzerfisch-Reste entdeckt. Von den Fundstellen ist heute nur noch der Steinbruch „Schmidt“ nördlich der Ortslage von Braunau erhalten geblieben. Er zählt auch aktuell noch zu den weltweit bedeutenden Lokalitäten, in denen fossil erhaltene Reste der einstigen devonischen Fischfauna überliefert sind. Der Hauptteil der Funde befindet sich u. a. im Museum für Naturkunde in Berlin und in der Sammlung des Geowissenschaftlichen Museums in Göttingen. Auch das Stadtmuseum in Bad Wildungen besitzt einige Fundstücke, die aber bisher nicht näher bestimmt und ausgestellt wurden.
Seit Jahren befasst sich der Hobby-Paläontologe Hartmut Kaufmann (Burgwald) mit dem Thema „Panzerfische“. Derzeit gibt es Überlegungen, im Umfeld des Schmidt’schen Steinbruchs im Rahmen einer wissenschaftlichen Grabung weiter gezielt nach fossilen Fischen zu suchen. Außerdem wäre eine Aufarbeitung des in Bad Wildungen archivierten Materials angesichts der Bedeutung der Funde dringend notwendig.

Anlässlich der Geotop-Auszeichnung hat das Projektbüro eine neue Informationsbroschüre mit dem Titel „Panzerfische und Kopffüßer“ herausgegeben. Sie kann beim Geopark-Projektbüro angefordert werden.

Projektbüro Nationaler Geopark GrenzWelten
Auf Lülingskreuz 60, 34497 Korbach
geopark@landkreis-waldeck-frankenberg.de