Geopark Waldeck-Frankenberg

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Leitmotto

Der Name des Geoparks GrenzWelten ist gleichzeitig auch sein verbindendes Motto. Räumliche und zeitliche Grenzen verknüpfen die unterschiedlichen Regionen und Themenbereiche des Geoparks miteinander. Der ursprünglich trennende Charakter des Begriffs „Grenze“ wandelt sich zum verbindenden Element.

Jede betrachtete Grenze steht für einen besonderen Abschnitt der Erdgeschichte, für Stufen der Evolution, für spezielle naturräumliche oder ökologische Phänomene und für bedeutende Schritte der historischen und kulturellen Entwicklung. Jede Grenze bildet für sich eine eigene „GrenzWelt“, die Sie im Geopark entdecken können!


Geographische Grenzen: Das Blaue Band des Geoparks

Auf der Geologischen Karte zieht sich mitten durch den Geopark ein blaues Band aus Kalkstein. Hier finden sich ehemalige Küsten-ablagerungen aus der Zechsteinzeit. Diese trennen nicht nur den Geopark in einen geologisch älteren West- und jüngeren Ostteil, sondern markieren auch die Grenze zwischen Ozean und Land in der erdgeschichtlichen Vergangenheit – und eine Meeresküste der Zukunft!


Geotektonische Grenzen – Frische Quellen aus uraltem Gestein

Parallel zum blauen Band aus Kalkstein ist der Geopark durch tiefgreifende tektonische Störungen zerrissen. Aus uralten Tiefen dringt hier frisches Wasser an die Oberfläche. Zahlreiche Heil- und Mineralquellen zwischen Volkmarsen und Bad Wildungen – wirtschaftliche und touristische Grundlagen unserer Region – zeugen bis heute von diesen geologischen Urkräften.


Stratigraphische Grenzen: Lokal sehenswert – weltweit gültig!

Die Adorfer Klippe am Martenberg ist die Typlokalität für die international gültige Gliederung des Devons – sie markiert die Grenzen der „Adorf-Stufe“.
In verschiedenen Steinbrüchen ist die Transgression des Zechstein-Meeres auf das Festland aufgeschlossen – sie markiert die stratigraphische Grenze zwischen den Erdzeitaltern Karbon und  Perm.


Grenzen der Evolution: Auf den Spuren unserer Urahnen

Die in der Korbacher Spalte gefundenen fossilen Knochen und Zähne, allen voran das Vorkommen des „Korbacher Dackels“ Procynosuchus, markieren eine wichtige Grenze in der Evolution der Lebewelt – den Übergang vom Reptil zum Säugetier. Unsere ältesten Ahnen lebten bereits vor mehr als 250 Mio. Jahren im Gebiet des Geoparks!

 

Ökologische Grenzen: arme Landschaft, reiche Natur!

Hochheiden im Upland, Halbtrockenrasen auf Zechstein und Muschelkalk, Moore im Burgwald und auf der Waldecker Tafel, Blockhalden am Edersee – ökologische und ökonomische Grenzregionen, die die Natur- und Kulturlandschaft im Geopark so interessant und vielseitig machen.


Kulturelle Grenzen: Geschichte(n) aus dem Geopark

Kelten und Germanen, Franken und Sachsen, Waldecker, Hessen und Westfalen – unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Baustile, unterschiedliche Lebensgewohnheiten trafen sich seit der Eisenzeit im Gebiet des Geoparks. Bis heute zeigen sie ihre Wirkung: Im Dialekt (Ick-ich-Grenze), in den Hof-Formen (diemelsächsisches Bauernhaus, fränkischer Dreiseit-Hof) und in manch anderen Bereichen der Kulturlandschaft im Geopark.