Geopark Waldeck-Frankenberg

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Leitfaden für Goldwäscher

In der Eder im Nationalen Geopark GrenzWelten und in ihren Nebenbächen wurde jahrhundertelang kommerziell Gold gewaschen. Die Ausbeute ist aber heute nicht mehr lohnend. Goldwaschen ist jedoch in jüngster Zeit als Hobby zunehmend in Mode gekommen. Viele Menschen verbinden damit „Abenteuer“ und Naturerlebnis. In letzter Zeit häufen sich jedoch Fälle von rücksichtslosem („illegalem“) Goldwaschen mit Motor-betriebenen Dredges in sensiblen Landschaftsbereichen.

Jede Person, die mit der Absicht in den Geopark kommt, Gold zu waschen, sollte daher einige Regeln beachten. Es versteht sich von selbst, dass der Natur mit Respekt begegnet wird und dass private Rechte Dritter beachtet werden. Festzuhalten ist: Das von Einzelpersonen betriebene Goldwaschen in Gewässern ohne kommerzielle Gewinnabsichten gilt  grundsätzlich nicht als genehmigungspflichtige Gewässernutzung, sofern mit der Entnahme von goldhaltigem Sediment keine erheblichen Auswirkungen auf den Gewässerzustand und den Wasserabfluss verbunden sind! Hinzuweisen ist darauf, dass der Flusslauf der Eder inklusive Talauen als Landschaftsschutzgebiet („Auenverbund Eder“), Naturschutzgebiet oder/ und Natura 2000-Gebiet ausgewiesen sind. Hier sind weitergehende Regelungen der jeweiligen Schutzverordnungen sowie der Naturschutzgesetzgebung zu beachten.   

Im Geopark GrenzWelten sind zwei Stellen an der Eder bei den Ortschaften Mehlen (im Bereich der Ederauenhalle unterhalb der Ederbrücke) und Anraff (Ederbrücke) als „offizielle“ Goldwaschplätze vorgesehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, in den Waschteichen des „Goldwelten-Claims“ (in Mehlen, Waldecker Str. 22c) Gold zu waschen. Weitere Auskünfte erteilt Herr Veit-Enno Hoffmann (Tel. 0163-4054970).

Ausdrücklich ist darauf hinzuweisen, dass die nachfolgenden „Regeln“ keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. 

Gesetze und Eigentumsrechte beachten

Goldwäscher halten die gesetzlichen und örtlichen Bestimmungen ein. Sie haben sich bei den zuständigen Behörden über bestehende Bestimmungen zu informieren. Insbesondere sind die jeweiligen, rechtlich fixierten Regelungen in den Schutzgebieten (Natur- und Landschaftsschutzgebiete, nach EU-Recht geschützte Natura 2000-Gebiete) zu beachten. Grundlegende Regelungen sind im Hessischen Wassergesetz und im Bundesnaturschutzgesetz (mit biotop- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen) verankert. Die Abgrenzungen der Schutzgebiete können direkt bei der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung in Korbach und in Frankenberg (Eder) oder auf dem Internet-Viewer http://natureg.hessen.de/ abgefragt werden. Hinzuweisen ist zudem auf ein Befahrungsverbot im Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Eder“, wonach das Befahren oder das Parken von Kraftfahrzeugen aller Art einschließlich Fahrräder mit Hilfsmotor außerhalb der für den allgemeinen Kraftverkehr zugelassenen Straßen, Wege etc. nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde zulässig ist. Darüber verbietet sich das Befahren von land- und forstwirtschaftlichen Wirtschaftswegen ohne Berechtigung generell. Kein Zutrittsrecht besteht in der Regel bei Gewässern  auf Privatgrundstücken (Hof- und Betriebsgrundstücke, sonstige private Flächen).

Der Natur mit Respekt begegnen

Goldwäscher vermeiden Schäden an den Uferböschungen. Das Einfahren/ Betreten in Röhrichtbestände, Ufergehölze und unübersichtlich bewachsene Uferpartien ist unzulässig, ebenso das Entfernen von Ufervegetation und das Abgraben von Uferböschungen. Die Erhaltungsziele der Natura 2000-Gebiete im gesamten Bereich der Eder-Auen sind strikt zu beachten. Vor allem Beeinträchtigungen oder Störungen von besonders oder streng geschützten Tier- und Pflanzenarten, insbesondere auch von Brutvögeln sind zu vermeiden. Größere Kiesinseln sollten nach Möglichkeit nicht betreten werden.  Das Aufstellen von Zelten und sonstigen Campingeinrichtungen hat zu unterbleiben. Die Waschstelle wird beim Verlassen aufgeräumt und in einem guten (unversehrten) Zustand zurückgelassen. Für etwaig verursachte Schäden haftet der Goldwäscher. 

Keine motorisierten Hilfsmittel einsetzen  

Goldwäscher folgen der altüberlieferten Tradition des „händischen“ Goldwaschens mit Handschaufel, Sieb, Pfanne und Rinnen bis maximal 2 m Länge. Das Verwendung von motorisierten Dredges (= „Sauger“ mit Waschrinne und Motorpumpe) sowie sonstiger maschinenbetriebener Wascheinrichtungen ist strikt untersagt. Der Einsatz von Chemikalien verbietet sich von selbst.

Fischereirechtliche Belange beachten

Goldwäscher streben ein auf gegenseitigem Respekt aufbauendes Verhältnis mit Fischern, Anglern und deren Organisationen an. Sie respektieren die Laich- und Schonzeiten für Fische und achten beim Begehen der Gewässer auf Laichschongebiete.

Für jeden Goldwäscher sollte die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und Regeln verpflichtend sein. Bei Fehlverhalten und Verstößen bitten wir um eine entsprechende Information an das Projektbüro des Nationalen Geoparks GrenzWelten (Tel. 05631-954 313). Das Projektbüro wird die Angaben prüfen und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.


>> Download des Leitfadens als pdf-Datei