Geopark Waldeck-Frankenberg

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Der Stedefelsen

Stedefelsen Östlich der Stadt Battenberg hat die Eder ihren südlichen Talhang durch Erosion stark angeschnitten und versteilt. Ein besonders markanter Punkt dieses Steilabfalls ist der Stedefelsen ca. 1 km nord-nordöstlich von Birkenbringhausen.

Der Stedefelsen ist das Ergebnis der Einschneidung der Eder in den harten Gesteinsuntergrund während des Erdzeitalters des Quartärs. In diesem jüngsten Abschnitt der Erdgeschichte (seit etwa 1,7 Mio. Jahren) war das Klima von starken Schwankungen geprägt: Mehrere Eiszeiten führten zu großflächigen Vergletscherungen, die – ausgehend von Skandinavien im Norden und den Alpen im Süden – bis weit nach Mitteleuropa reichten. Der Geopark Waldeck-Frankenberg lag dabei immer südlich des Inlandeises im sog. Periglazial-Raum (= dem Eis benachbart).

StedefelsenBesonders zu Beginn und am Ende einer jeden Eiszeit, als sich das Klima änderte, war die Eder aktiv und konnte sich stark in den Untergrund eintiefen. Die Frostverwitterung lieferte große Schuttmengen, die als „Erosionswaffen“ dienten und die Einschneidung förderten. So entstand durch die Flussarbeit der Steilabfall.

Am Stedefelsen selbst sind Gesteine aus der jüngeren Zechstein-Zeit aufgeschlossen. Über 5-6 m feingeschichteten und ca. 1,5 m schräggeschichteten kiesigen Sandsteinen („Geismarer Schichten“) im unteren Teil des Klippenhanges folgen bis zur Geländeoberkante grobe Konglomerate mit Schrägschichtungen, Tongeröllen und einer typischen Dachziegellagerung der Schotter. Es sind Ablagerungen verwilderter Fluss-Systeme am Ostrand des Schiefergebirges, die hier – landeinwärts der Küste des Zechsteinmeeres – anstelle der marinen oder lagunären Sedimente auftreten.

StedefelsenTIPP!
Verbinden Sie Ihren Besuch am Stedefelsen mit einer reizvollen Wanderung am Rand des Edertales. Starten Sie in der historischen Altstadt von Battenberg entlang der Kante des Steilabfalls in Richtung Osten. Bei Birkenbringhausen biegt die Eder in einer großen Schleife nach Norden. Kurz nachdem sie wieder den südlichen Steilhang erreicht, befindet sich am Einschnitt eines Nebentales in den Eder-Prallhang – nur über eine hölzerne Brücke zu erreichen – der markante Felsaufschluss der Stedefelsen.