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Werkstein- und Klima-Rundweg in Korbach

Ein Spaziergang mit dem Korbacher Dackel durch 350 Millionen Jahre Erdgeschichte

Können Steine Botschafter des Klimawandels sein und lebendig Geschichten erzählen?

Haben Sie Pflastersteine bisher nur mit Füßen getreten, wollen aber mehr über deren Nachhaltigkeit als Werkstoff erfahren?

Dann gehen Sie bitte mit dem Korbacher Dackel Gassi und entdecken dabei, welche Werksteine seit dem Mittelalter bis heute in der Hansestadt Korbach verbaut wurden und was sie über die großen Themen Nachhaltigkeit und Klimaänderung der letzten 350 Millionen Jahre aussagen.

Wenn Sie Lust haben, können Sie den QR code scannen und den Dackel so zum Leben erwecken. Besser verstecken Sie vorher Ihr Hundefutter!

Wieso Dackel? Aus der Perspektive der Paläontologie (Wissenschaft der Lebewelt der geologischen Vergangenheit) ist Procynosuchus ein etwa 256 Millionen Jahre altes dackelgroßes Reptil mit Säugetier-Merkmalen und ein direkter Vorfahre der heutigen Säugetiere. Die Fundstelle bei Korbach ist eine von ganz wenigen weltweit und in Europa einzigartig.

 

 

Ein Faltblatt zum Werkstein- und Klima-Rundweg in Korbach finden Sie in unserer Infothek in der Themenreihe "Geo-Landschaften". Den Rundweg gibt es auch als geführte Tour im Sommer oder auf Nachfrage.

Procynosuchus ist also unser treuer Begleiter auf einem etwa 2 km langem barrierearmen Rundweg mit bis zu 19 Stationen und zeigt uns unter anderem seine Welt. Eilige Besucher oder Menschen mit Mobilitätseinschränkung können nach der Hälfte den Rundweg abkürzen und mit 10 Stationen alles Wesentliche erleben.

 

Die Karte des Werksteinrundwegs in Korbach.

 

Eine Besonderheit bildet eine inklusive Führung für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Am Bronzemodell Korbachs mit Brailleschrift nahe dem Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH kann man vorab den Rundweg ertasten, den man anschließend mit unterschiedlichen Werksteinen begeht und haptisch erlebt. Der inklusive Rundweg sollte vorab gebucht werden!

 

 

Jetzt geht es endlich los: Die Entwicklungs- und Siedlungsgeschichte des Menschen hängt ursächlich mit der Nutzung von Gesteinen zusammen. So stammen im Geopark GrenzWelten die ältesten Artefakte aus dem Mittelpaläolithikum (Mittlere Altsteinzeit Moustérien, siehe Fieberkurve des Pleistozäns), am bekanntesten ist der Neandertaler-Jagdplatz Edertal-Buhlen. Die Abbildung zeigt ein Kieselschiefer-Geröll aus Flussschottern des Flüsschens Netze. Derartige Kiesel waren das Ausgangsprodukt für steinzeitliche Werkzeuge der Neandertaler, die heute im Wolfgang-Bonhage-MUSEUM ausgestellt sind.

Seit dem Mittelalter werden im Umkreis von Korbach lokale Steinbrüche ausgebeutet und als Werk- und Dekorsteine verwendet. Diese werden bis heute immer wieder verwendet und stehen somit für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

Mit Beginn des Wirtschaftswunders Mitte letzten Jahrhunderts finden zunehmend Beton (und damit Kies als Rohstoff) und Werksteine aus aller Welt – wie etwa Serpentinit – Verwendung. Entlang des ca. 2 km langen Rundwegs wird die Entwicklung von Werksteinen anhand repräsentativer Beispiele aufgezeigt. Gleichzeitig besuchen Sie deren Steinbrüche und sehen und begreifen das natürliche Vorkommen dieser Gesteine.

 

Ein Bild eines 2 cm breiten eines Steins des Kieselschiefer-Gerölls.

 

Weitere Infos folgen!