Die Ederstede (Klingelstede)

Geologisch alt - geographisch jung! Die Ederstede (Klingelstede) bei Birkenbringhausen in der Gemeinde Burgwald beeindruckt nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern repräsentiert zwei wichtige Erdzeitalter unserer Region.

Der Ederstede ist das Ergebnis der Einschneidung der Eder in den harten Gesteinsuntergrund während des Erdzeitalters des Quartärs. In diesem jüngsten Abschnitt der Erdgeschichte (seit etwa 1,7 Mio. Jahren) war das Klima von starken Schwankungen geprägt: Mehrere Eiszeiten führten zu großflächigen Vergletscherungen, die – ausgehend von Skandinavien im Norden und den Alpen im Süden – bis weit nach Mitteleuropa reichten. Der Geopark Waldeck-Frankenberg lag dabei immer südlich des Inlandeises im sogenannten Periglazial-Raum (= "dem Eis benachbart").

Besonders zu Beginn und am Ende einer jeden Eiszeit, als sich das Klima änderte, war die Eder aktiv und konnte sich stark in den Untergrund eintiefen. Die Frostverwitterung lieferte große Schuttmengen, die als „Erosionswaffen“ dienten und die Einschneidung förderten. So entstand durch die Flussarbeit der Steilabfall. An der Ederstede selbst sind Gesteine aus der Zechstein-Zeit (Perm, ca. 255 Mio. Jahre vor heute) aufgeschlossen. Über 5-6 m feingeschichteten und ca. 1,5 m schräggeschichteten kiesigen Sandsteinen („Geismarer Schichten“) im unteren Teil des Klippenhanges folgen bis zur Geländeoberkante grobe Konglomerate mit Schrägschichtungen, Tongeröllen und einer typischen Dachziegellagerung der Schotter. Es sind Ablagerungen verwilderter Fluss-Systeme am Ostrand des Schiefergebirges, die hier – landeinwärts der Küste des Zechsteinmeeres – anstelle der marinen oder lagunären Sedimente auftreten.

Tipp

Verbinden Sie Ihren Besuch an der Ederstede mit einer reizvollen Wanderung am Rand des Edertales. Starten Sie in der historischen Altstadt von Battenberg entlang der Kante des Steilabfalls in Richtung Osten. Bei Birkenbringhausen biegt die Eder in einer großen Schleife nach Norden. Kurz nachdem sie wieder den südlichen Steilhang erreicht, befindet sich am Einschnitt eines Nebentales in den Eder-Prallhang der markante Felsaufschluss der Ederstede.

Die Ederstede wurde 2020 zum Geotop des Jahres gewählt!

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